20.11.2008 - 17:21
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Zeitgeschichte Hier sind alle Themen der Zeitgeschichte zu finden. (Deutsche Definition von Z.)
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  #1  
Alt 13.01.2008, 12:53
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
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Beiträge: 6.449
Ehrung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Heute war es mal wieder so weit. Die Linke hat mal wieder mit viel Tamtam den beiden Sozialistenführern gedacht.
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren die versucht haben in bewaffneter Auseinandersetzung mit dem Staat eine Revolution anzuzetteln?
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren, deren Partei für die Demokratie der Weimarer Republik eine ebenso schlimme Bedrohung darstellte wie die NSDAP?
Meiner Meinung nach disqualifiziert sich die Linke mit solchen Aktionen jedes Jahr aufs neue.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #2  
Alt 13.01.2008, 15:32
Benutzerbild von Renascor
Tigers Hare Krischna Jung
 
Registriert seit: 03.12.2005
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 754
Die Partei ist allgemein so ziemlich von Kommunisten und anderen Verfassungsfeinden der linken extremen Seite unterwandert. Selbst eigene Parteimitglieder sagen das.
- "Linker warnt vor eigenen Partei" auf Focus.de
Was diese Leute für mich gefährlich machen, ist dass man sie unterschätzt.
Es gibt dort viel linksextremes Potenzial und die macht es teilweise nicht ungefährlicher als die NPD, die es von der anderen Seite probiert. Nur, dass die NPD um einiges mehr von den Medien unter Feuer genommen werden, als die Linke, wobei sie zur Zeit eher weniger potenzial haben gefährlich zu werden.
Der einzige Unterschied ist, dass es bei den Linken außer diesen extremen Kräften natürlich die nennen wir es mal "gemäßigteren" linken Kräfte gibt, bei der NPD sehe ich keine gemäßigteren Kräfte. Die verlieren aber bei der linken auch immer mehr Einfluss.
Diese große Ehrung dieser beiden Leute zeigt das nur mal wieder.
__________________
Der Glaube kommt aus dem Herzen. Die Vernunft muß ihn festigen. Glaube und Vernunft sind nicht Gegenkräfte, wie manche Leute meinen. Je tiefer der Glaube ist, um so mehr schärft er die Vernunft. Wenn der Glaube blind wird, stirbt er. - Mahatma Gandhi

Geändert von Renascor (13.01.2008 um 16:29 Uhr)
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  #3  
Alt 13.01.2008, 15:45
Benutzerbild von Jan
Jan Jan ist offline
Patriot
 
Registriert seit: 16.06.2005
Ort: Heikendorf, nahe Kiel
Beiträge: 624
Naja, jede politische Richtung hat ihre "Helden", bei der NPD gibts diese Rudolf-Heß-Gedenkmärsche und bei der Linken halt sowas.
Also, wenn die in Luxemburg eine Heldin sehen, ein Vorbild, die es zu verehren gilt, bitte sehr, das sagt genug über die Partei aus, um sie zu verachten, genauso wie es bei der NPD der Fall ist.
__________________
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Meine Stärke, Deutschlands Macht.

Freund der Freiheit
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  #4  
Alt 13.01.2008, 17:49
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.598
ich möchte sehr wohl noch kurz den nebenverweis anbringen dass ich der felsenfesten überzeugung bin dass 80% der linksparteiwähler, keinerlei extremistische gedanken tragen, sondern in erster linie gegen armut, arbeiterausbeutung und vor allem FÜr arbeitnehmerrechte sind, irgendwelche tiefergehenden iodeologien sind nicht jedermanns sache und bei leuten wie mir sogar vollkommen uninteressant
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  #5  
Alt 13.01.2008, 17:59
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Heute war es mal wieder so weit. Die Linke hat mal wieder mit viel Tamtam den beiden Sozialistenführern gedacht.
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren die versucht haben in bewaffneter Auseinandersetzung mit dem Staat eine Revolution anzuzetteln?
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren, deren Partei für die Demokratie der Weimarer Republik eine ebenso schlimme Bedrohung darstellte wie die NSDAP?
Meiner Meinung nach disqualifiziert sich die Linke mit solchen Aktionen jedes Jahr aufs neue.
Aber bei der Art Veranstaltungen bleibt der "Aufschrei der Gerechten" leider aus...
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  #6  
Alt 13.01.2008, 18:30
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 770
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren die versucht haben in bewaffneter Auseinandersetzung mit dem Staat eine Revolution anzuzetteln?
Die zu stellende Frage wäre: Sind bewaffnete Revolutionen legitim? Und da kann ich nur sagen, das kommt ganz auf die Situation an.

Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren, deren Partei für die Demokratie der Weimarer Republik eine ebenso schlimme Bedrohung darstellte wie die NSDAP?
Ihr könnt nicht 1919 ermordete Menschen für die Politik der KPD um 1930 verantwortlich machen; gerade der Einfluss der Sowjetunion bzw. der Komintern auf die sich gerade gründende KPD oder ihren Vorläufer, den Spartakus-Bund, war lange nicht so groß wie während der 20er Jahre.

Wobei: Kritisch kann und sollte man alles betrachten, und den großen Rummel in Ost-Berlin mag ich auch nicht unbedingt. Aber ich wär heute morgen am Landwehrkanal spazieren gegangen, wenn...

Geändert von Thersites (13.01.2008 um 18:35 Uhr) Grund: unverständlich, weil falsches Wort
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  #7  
Alt 13.01.2008, 18:56
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Ihr könnt nicht 1919 ermordete Menschen für die Politik der KPD um 1930 verantwortlich machen;
Unerheblich in der Beantwortung der Frage, ob man radikale Antidemokraten ehren sollte.
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  #8  
Alt 13.01.2008, 18:59
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.449
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Die zu stellende Frage wäre: Sind bewaffnete Revolutionen legitim? Und da kann ich nur sagen, das kommt ganz auf die Situation an.
Als überzeugter Anhänger der parlamentarischen Demokratie kann ich keine Legitimität erkennen. Es wurde gegen kein Unrechtsregime angegangen.

Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Ihr könnt nicht 1919 ermordete Menschen für die Politik der KPD um 1930 verantwortlich machen; gerade der Einfluss der Sowjetunion bzw. der Komintern auf die sich gerade gründende KPD oder ihren Vorläufer, den Spartakus-Bund, war lange nicht so groß wie während der 20er Jahre.
Ich möchte doch behaupten, dass in den ersten Jahren der Weimarer Republik die Bedrohung mehrheitlich aus dem linksextremistischen Sektor kam. Dutzende Revolutionsversuche und zeitweilig eingeführte Rätedemokratien belegen dies eigentlich.
Zudem hatte der rechte Flügel durch den Weltkrieg zeitweilig ziemlich abgewirtschaftet bzw. träumte passiv dem Kaiserreich hinterher. Das änderte sich eigentlich erst mit dem versuchten Putsch in München.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #9  
Alt 13.01.2008, 19:50
Benutzerbild von Renascor
Tigers Hare Krischna Jung
 
Registriert seit: 03.12.2005
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 754
Zitat von TigerMC Beitrag anzeigen
ich möchte sehr wohl noch kurz den nebenverweis anbringen dass ich der felsenfesten überzeugung bin dass 80% der linksparteiwähler, keinerlei extremistische gedanken tragen, sondern in erster linie gegen armut, arbeiterausbeutung und vor allem FÜr arbeitnehmerrechte sind, irgendwelche tiefergehenden iodeologien sind nicht jedermanns sache und bei leuten wie mir sogar vollkommen uninteressant
Dass die Mehrheit der Wähler keine linksextremen Interessen hat, denke ich auch.
Für die meisten ist sie eine Protestpartei, eine Partei, die anders ist, die gewisse Vorstellungen hat, die andere linke Parteien schon längst aufgegeben haben.
Dennoch geben die Wähler später dann ihre Stimme dieser Partei und somit der Parteiführung Macht, wo man nicht ausschließen kann oder wo man mittlerweile mit Sicheheit sagen kann, dass dort Extremisten sitzen. Noch nicht viele, aber es werden mehr.
Und das ist ja die Gefahr. Ich glaube nicht dass damals jeder einzelne NSDAP-Wähler das wollte, was er nachher bekam, Krieg und Tod. Es ist immer das eine, was die jeweiligen Leute sagen und dann später machen. Selbst bei den Volksparteien weiss man das nicht, aber da weiss man, dass dort keine Extremisten sitzen.
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Geändert von Renascor (13.01.2008 um 20:44 Uhr)
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  #10  
Alt 13.01.2008, 21:58
Utopist
 
Registriert seit: 03.01.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 30
Ich hatte von der Linkspartei mehr erwartet als eine Partei, die rein auf Opposition aus ist.
Schade eigentlich, ein anderes auftreten als dieses oberflächliche Gerede hätte evtl. mehr bewegt in Deutschland.

Um zum Thema zu kommen, jede Ideologie hat seine Helden, die sie ehren will. Ob andere diese "Helden" auch anerkennen, kann einem da ziemlich egal sein, oder? Sich darüber aufzuregen bringt also nichts.
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  #11  
Alt 13.01.2008, 22:15
Benutzerbild von Nichts
nobodys fault
 
Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 324
Mich regt mehr die Falscheit dieser Partei auf .
Einerseits Verehrung dieser und der DDR, anderseits achso demokratisch SPD nah.
Ja was sind sie denn nun?
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.

und Ordograffi feler kan der fiender bealten
_________________________________________
BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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  #12  
Alt 13.01.2008, 22:36
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Nichts Beitrag anzeigen
Mich regt mehr die Falscheit dieser Partei auf .
Einerseits Verehrung dieser und der DDR, anderseits achso demokratisch SPD nah.
Ja was sind sie denn nun?
Heucher, Blender und Faschistisch ausgerichtet, ähnlich der NPD

Aber je wie man es braucht, holt man sich diese Antidemokraten mit in Boot, sprich "Aktionsbündnis für Demokratie". Lachhaft

Geändert von mozart (13.01.2008 um 22:40 Uhr)
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  #13  
Alt 18.01.2008, 13:18
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
Ist es angemessen zwei Menschen zu ehren die versucht haben in bewaffneter Auseinandersetzung mit dem Staat eine Revolution anzuzetteln?
Nein!! Obwohl man ganz klar sagen muß, das der Staat sich bei der juristischen Aufarbeitung der brutalen Ermordung von Luxenburg und Liebknecht nicht eben mit Ruhm bekleckert hat. Auch das hat zu dem Märtyrertum der beiden beigetragen.

ich möchte sehr wohl noch kurz den nebenverweis anbringen dass ich der felsenfesten überzeugung bin dass 80% der linksparteiwähler, keinerlei extremistische gedanken tragen, sondern in erster linie gegen armut, arbeiterausbeutung und vor allem FÜr arbeitnehmerrechte sind,
Bin der gleichen Meinung.

Geändert von Bruckner (18.01.2008 um 13:50 Uhr)
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  #14  
Alt 18.01.2008, 13:33
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 352
Ihr Lieben,
für mich ist der entscheidente Satz von Rosa Luxemburg, dass sie sich immer für die Freiheit des Anderdenkenden einsetzen wird.
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden von Freikorps-Soldaten ermordet. Dieser Mord läßt sich durch nichts rechtfertigen. Wobei es für Mord nie eine Rechtfertigung geben kann.
Was Kommunisten, Sozialisten und die Linke aus diesem Mord machen, hat nichts mit den beiden Personen zu tun.
Es wäre auch ratsam bei der Beurteilung der beiden Politiker, von der Situation des Jahres 1919 nach dem von Wilhelm II. mitverursachten WKI auszugehen.
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  #15  
Alt 22.01.2008, 21:10
LCF LCF ist offline
Nur ein Mensch.
 
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 211
Es gab zwar ein paar kurzlebige Räterepubliken, andrerseits hatte die Weimarer Linke keine Sympathien in der deutschen Beamtenschaft oder beim Militär. Schon allein die Tatsache, dass es ein intaktes Militär gab, verurteilte alle Aufstände von linker Seite zur Erfolglosigkeit. Die KPD hat bei keiner Reichstagwahl mehr als 16% erreicht, und war zudem gesellschaftlich isoliert durch ihre ständigen Kurswechsel nach Moskauer Vorbild. Die NSDAP dagegen kam 1930 auf 37%. Die Rechte war also für Weimar ganz klar die gefährlichere Kraft.

Nicht zu vergessen, dass die parlamentarische Demokratie 1920 gegen den Kapp-Putsch nur von links gerettet werden konnte (also von KPD+SPD).

Letztlich ist die Weimarer Republik wohl eher das Opfer ihrer eigenen Inkonsequenz geworden- idem sie unfähig war, das Militär unter Kontrolle zu bekommen, den Beamtenapparat mit loyalen Republikanern zu besetzen, schaufelte sie ihr eignes Grab.

Aber um zu L-L zurückzukommen: die beiden wurden ja nicht von einer demokratischen Regierung verhaftet und angeklagt, sondern von paramilitärischen rechtsextremen Verbänden brutal umgebracht. Schon allein daher verdienen sie- als Opfer der extremen Rechten- auch von demokratischer Seite Mitgefühl.
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