20.08.2008 - 12:20
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Zeitgeschichte Hier sind alle Themen der Zeitgeschichte zu finden. (Deutsche Definition von Z.)
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  #1  
Alt 05.06.2007, 20:32
Benutzerbild von Salva
WAZ-Leser
 
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EU und Schweiz

Was ich noch nie wusste bzw noch nie drüber nachgedacht habe ist:
Wieso ist die Schweiz trotz ihrer geographischen Lage nicht in die EU??
Hat das was mit wirtschaftl oder polit. Faktoren zutun? Wnenn ja welche?

mfg, euer Salva
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Die kürzesten Woerter, nämlich ja und nein, erfordern das meiste Nachdenken.
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  #2  
Alt 05.06.2007, 20:54
Propraetor
 
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ganz einfach: die schweizer stehen auf unabhängigkeit. das wird jetzt aber ne spanende diskusion.
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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  #3  
Alt 05.06.2007, 20:56
Benutzerbild von Salva
WAZ-Leser
 
Registriert seit: 10.05.2007
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Beiträge: 79
hoff ich doch

aber sie hätten doch eig. viele wirtschaftl vorteiel und mehr polit. unterstützung oder?
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  #4  
Alt 05.06.2007, 20:57
Propraetor
 
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aber schau dir an was momentan in der eu los ist. tirol wollte unlägst die geschwindigkeit auf den autobahnen senken von 130 auf 110 oder 100. no lo se. die EU hat sich eingemischt. was soll das?????
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  #5  
Alt 05.06.2007, 20:57
Benutzerbild von Scipio
Separatisto
 
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Politische Unabhängigkeit, die sich für Sie immer rentiert hat. Außerdem existiert seit 1815 die immerwährende Neutralität. Wenn Sie in die EU kommen würden, hätten Sie wirtschaftlich vermutlich eher Nachteile als Vorteile.
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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  #6  
Alt 05.06.2007, 20:59
Propraetor
 
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ad scipio
wieso hätten sie wirtschaftliche nachteile? kapier ich nicht.
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  #7  
Alt 05.06.2007, 21:06
Benutzerbild von Scipio
Separatisto
 
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Beiträge: 1.005
Ich denke es. Schau dir allein den Beitrag an, den Deutschland zu zahlen hat. Und die Schweiz als eines der reichsten und sichersten wirtschaftlichen Ländern wird wohl kaum sich daraus halten können.

Und schau dir an, was für ein Druck auf Monaco wegen seiner Bankgesetze gemacht wird. Das alles betrifft die Schweiz nicht. Wie Patrice es vermutlich sagen würde. Warum nach Deutschland zurück? Hier wäre man nur eins von vielen, dort in Belgien hat es eine Stellung, die es kaum behalten würde.
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  #8  
Alt 05.06.2007, 21:10
Propraetor
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 598
ich glaube nicht das das bisschen geld als "mitgliedsbeitrag" alszu serh schmerzt. die vorteile überwiegen. die schweiz will jetz eh ihren arbeitsmarkt öffnen, warum wohl?
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  #9  
Alt 05.06.2007, 21:15
Benutzerbild von Scipio
Separatisto
 
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Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
Ausländische Mitarbeiter sind trotzdem nicht gerne gesehen, es gab einen ziemlichen Rechtsrutsch, wenn ich mich nicht irre.

Wie gesagt, dass ist nur einer von vielen Punkten. Andere sind unter anderem die Steuer- und Bankgesetze, die der Schweiz kaum gefallen werden.
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  #10  
Alt 06.06.2007, 02:07
Benutzerbild von Wurstwasser
Brotwurst
 
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Beiträge: 143
Zitat von Scipio Beitrag anzeigen
Wie gesagt, dass ist nur einer von vielen Punkten. Andere sind unter anderem die Steuer- und Bankgesetze, die der Schweiz kaum gefallen werden.
das würde ich auch als Hauptgrund angeben
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  #11  
Alt 06.06.2007, 11:31
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Nun das Problem ist doch auch, dass die Schweiz eine direkte Demokratie ist und die Bevölkerung in fast jedem Land gegen neues ist. Schau dir doch mal die Volksabstimmung in Frankreich und Niederlanden zur EU-Verfassung oder in anderen Ländern zur Euroeinführung an.
Ein weiterer Grund gegen die EU ist meines Wissens nach auch, dass die Schweizer Landwirtschaft EU-Richtlinien nie standhalten könnte.
Letzendlich ist die Schweiz sowieso mit so vielen Verträgen an die EU gekoppelt, dass ein Beitritt keine positiven Wirkungen hätte.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #12  
Alt 06.06.2007, 12:59
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
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Ort: Wien
Beiträge: 1.032
Die Schweiz hat in den letzten Jahren verhältnismäßig einiges an Lebensstadard "verloren" (Der steigt zwar immer noch stetig und ist auch noch höher als in anderen Ländern, die holen aber auf. Österreich ist zB, seit es bei der EU ist, immer näher an die Schweiz herangekommen. ). Das rührt vorallem daher, dass sie nicht Teil der EU sind. Sie haben dadurch sicherlich viele Vorteile, aber auch viele Nachteile. Vorallem in wirtschaftlichen Belangen.
Die EU "zwingt" die Mitgliedstaaten wirtschaftlich globaler zu denken, da die EU ein so gut wie völlig freier Markt ist. Es bleibt den europäischen Unternehmen also schlichtweg garnichts anderes übrig als europaweit zu denken.
Das ist in der Schweiz nicht der Fall. Da hat man die letzten zehn Jahre etwas verschlafen, weil man von der EU nicht zwanghaft wachgerüttelt wurde. Die Schweiz profitiert immer noch von ihrem Reichtum, der in Jahren 1945 bis 1995 angeschafft wurde, aber dieser Vorsprung schwindet immer mehr, weil nötige Veränderungen im Writschafts- und Arbeitssystem nicht angegangen wurden. Die EU-Staaten haben das zumeist gemacht, weil sie sonst große wirtschftliche Schlagkraft verloren hätten und das sehr schnell. In der Schweiz dachte man, dass man aufgrund des eigenen Isolationismus so etwas nicht machen muss und nun haben sie Aufholbedarf.
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  #13  
Alt 18.10.2007, 16:38
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
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Ort: Zürich, Schweiz
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Das rührt vorallem daher, dass sie nicht Teil der EU sind. Sie haben dadurch sicherlich viele Vorteile, aber auch viele Nachteile. Vorallem in wirtschaftlichen Belangen.
Das stimmt so nicht. Als das Schweizer Volk 1992 den Anschluss an den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in einer Volksabstimmung knapp ablehnte, wurde von Seiten der Wahlverlierer mehr oder weniger genau so argumentiert. Gemäss den damaligen Prognosen hatten die Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem EWR-Nein ihren eigenen Niedergang unausweichlich besiegelt. Spätestens in 10 Jahren – so die damalige Argumentation der "Apokalyptiker" – werde die Schweiz punkto wirtschaftlicher Entwicklung und Arbeitslosenzahlen das Sorgenkind Europas sein.

Nichts davon ist eingetreten.

Im Gegenteil: Die Schweiz weist heute eine Arbeitslosenzahl von 2,5 % auf, Tendenz fallend. Kein EU-Land hat eine so tiefe Arbeitslosenquote. Wirtschaftlich erlebt die Schweiz einen Boom. Die Rezession, welche andere Staaten in Europa nach dem Zusammenbruch der New-Economy Ende der 90iger durchgeschüttelt hat, war zwar auch in der Schweiz spürbar – sie führte jedoch nie zu so grossen sozialen Spannungen wie in vielen EU-Ländern (z.B. Frankreich).

Die direkte Demokratie hat in diesem Fall nicht – wie teils hier behauptet – die Schweiz in ihrer Entwicklung gebremst. Vielmehr war der damalige Entscheid aus heutiger Sicht sogar goldrichtig. Heute lehnen die grossen Schweizer Wirtschaftsverbände einen Beitritt der Schweiz zur EU ab. Noch 1992 gehörten sie zu den Befürwortern eines Beitritts.

Gründe für den Erfolg der Schweizer Wirtschaft ausserhalb der EU gibt es mehrere. Zunächst einmal ist die Schweiz – entgegen aller Vorurteile (Isolationisten, etc.) – eines der international am besten vernetzten Länder der Welt. Im Bereich des wissenschaftlichen und technologischen Transfers mischt die Schweiz ganz zuoberst mit. Dafür brauchts keine EU. Zudem waren die Schweizer klug genug, sich an den sinnvollen EU-Projekten durch diverse Rahmenverträge zu beteiligen und auf diese Weise gleichzeitig ihre vorhandenen Stärken bei Infrastruktur und Lebensqualität gegenüber anderen Staaten auszuspielen. Zu nennen ist hierbei bsp. die Öffnung des Arbeitsmarktes für qualifizierte Arbeitnehmer aus den EU-Staaten. Dies hatte zur Folge, dass die Schweiz unter anderem zu einem Magnet für gut ausgebildete Personen v.a. aus Deutschland wurde. Die Schweiz ist heute nicht umsonst das begehrteste Auswanderungsland der Deutschen! Vom Zustrom dieser Leute (Ärzte, Manager, Ingenieure, etc.) profitiert die hiesige Wirtschaft enorm. Ein weiterer Grund für die relative Robustheit der Schweizer Wirtschaft ist die extrem starke Verankerung von kleinen und mittleren Betrieben (KMU). Dabei handelt es sich um einen sich selbst erhaltenden – durch die nicht-EU-Mitgliedschaft einigermassen geschützten – ökonomischen Kreislauf, dessen Potenzial an Beschäftigungsmöglichkeiten nicht unterschätzt werden darf.

Noch ein Wort zur EU. Ich bin kein EU-Gegner. Vielmehr war ich noch bis vor einigen Jahren ein Befürworter der Idee hinter der Europäischen Union. Mittlerweile ändert sich jedoch mein Bild mehr und mehr ins Negative. Die EU bremst sich meines Erachtens seit längerem zusehends selber aus, indem sie sich zum kontinentalen Superstaat entwickeln möchte. Anstatt sich voll und ganz dem Ziel der wirtschaftlichen Prosperität zu widmen, mischt sich Brüssel immer stärker in die innerstaatlichen Belange seiner Mitgliedstaaten ein und verzettelt so seine Kräfte.

Aus heutiger Sicht kann und muss ich deshalb klar sagen: Ein EU-Beitritt würde der Schweiz momentan wohl mehr schaden, als nützen.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910

Geändert von Kriegsknecht (18.10.2007 um 18:36 Uhr).
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  #14  
Alt 18.10.2007, 17:23
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Ich schrieb ja bereits oben, dass die Schweiz sich praktisch die Sahnstücke bei den EU-Verträgen rausgepickt hat und da beigetreten ist.
Im Übrigen bin ich auch froh, dass die Schweiz kein Mitglied ist, denn kein EU-Land sollte eine so faschistoide Partei wie die SVP in der Regierung haben.
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  #15  
Alt 18.10.2007, 17:42
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 313
Im Übrigen bin ich auch froh, dass die Schweiz kein Mitglied ist, denn kein EU-Land sollte eine so faschistoide Partei wie die SVP in der Regierung haben.
Aha. Es ist also besser, wenn man wie beispielsweise in Deutschland eine Regierung hat, die an 20 bis 40 Prozent der Wählenden in vielen ostdeutschen Bundesländern vorbeipolitisiert und diese daraufhin in anti-demokratischen und komplett verfassungsgegnerischen "Gefässen" wie der NPD landen, statt sich an den demokratischen Prozessen zu beteiligen?

Zur Erinnerung: Die SVP mag zwar einen fast schon amerikanisch anmutenden Republikanismus propagieren und sich im Wahlkampf immer mal wieder im Ton vergreifen. Staatsform, Demokratie und Verfassung in der Schweiz werden aber von keinem Exponenten dieser Partei in Frage gestellt.
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